Von schlechtem und von gutem Stress

Immer mehr Druck und Stress melden viele Unternehmer und Bauleiter. Auf der einen Seite heißt es: „Das ist doch in dieser Branche normal.“ Die andere Seite zeigt, dass viele Unternehmer durch gezielte Abläufe zu Stress-Minimierern geworden sind.

Stress ist normal. Ohne Stress wären wir nicht lebensfähig! Und es ist gut zu unterscheiden: Ist es Eustress, der positive Stress als Lebenselixier oder ist es der krankmachende Disstress. Was normal ist, sollten wir klären, denn viele Unternehmer und Bauleiter leiden unter einer gehörigen Portion Disstress. Und genau bei diesem Stress können Sie steuernd eingreifen.

Vitalisierender Eustress

Eustress kann Freude und Lustgefühle bereiten und wirkt somit wie eine Art Lebenselixier. Durch Eustress werden, biologisch gesprochen, die Lustareale im Körper angeregt, es werden angenehme Empfindungen erzeugt, von der stillen Freude bis hin zu Ausgelassenheit und Ekstase. Reduziert ausgedrückt brauchen wir als Grundlage für ein erfülltes Leben drei wichtige Hormone: die Glückshormone der Endorphine, das Bindungshormon Oxytocin und das Erfolgshormon Dopamin. Oder anders ausgedrückt: Wir brauchen ein ausgewogenes Cocktail von Glücksmomenten, Momente guter Beziehungen und Erfolgsmomente. Auf das Unternehmen mit seinen Baustellen übertragen, haben wir sicherlich eine gute Eustress-Bilanz, wenn folgende Punkte erfüllt werden:

  • Gute Auftragslage
  • gutes Miteinander und funktionierende Teams
  • gut laufende Aufträge und Baustellen
  • gute Kommunikation – d.h. Absprachen passen und werden eingehalten
  • finanzielle und fachliche Erfolge, die gemeinsam gefeiert werden

Jeder erlebt sich innerhalb des Unternehmens als Teil des Ganzen, jeder erfüllt eine Aufgabe, gesteckte Ziele werden erreicht. Gute menschorientierte Beziehungen zu Kunden und Mitarbeitern, ausgewogene Belastungen zwischen Anspannung und Entspannung. Es ist nicht nur chillen angesagt, um den Stresslevel ausgewogen zu halten: Herausforderungen zu meistern geht in der Regel nicht ohne Anstrengungen und das führt zum Erfolg.

Schwächender Disstress

Das ist die andere Seite, der krankmachende Stress, der die Leistungsfähigkeit von Unternehmern und Mitarbeitern unter Umständen erheblich reduziert. Im Unternehmen und auf der Baustelle haben wir genügend Punkte, wo Disstress genährt wird:

  • Permanentes Krisenmanagement
  • ständig veränderte Situationen
  • schwierige Planbarkeit
  • mangelnde und fehlerhafte Kommunikation
  • Schlechte Beziehungen zu Mitarbeitern, Kollegen, Kunden, Architekten und sonstigen Auftraggebern
  • Absprachen, die nicht eingehalten werden
  • Ständige Änderungen auf der Baustelle
  • Unsicherheiten für die Mitarbeiter in Bezug auf Einsatzort, Abläufe und Lohnzahlungen
  • Unsicherheit in der Auftragslage
  • finanzielle Unsicherheiten, Schuldendruck und Liquiditätsengpässe
  • Permanente Zukunftsängste bezüglich Auftragsauslastung, Finanzen, Personal

Der Disstress setzt der Vitalität des Menschen zu. Permanente Anspannung führt zu einem Abfall der Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit. Die Liste der Symptome ist lang: Leistungsstörungen, verminderte Wahrnehmung, Grübeln und Gedanken-Karussell, Unzufriedenheit, Gereiztheit bis zu körperlichen Symptomen wie Muskelverspannung, Schlafstörungen und Herz-Kreislauf-Beschwerden. Nun stellen sich verschiedene Fragen: Kann ich als Unternehmer oder Bauleiter das Geschehen im Unternehmen maßgeblich beeinflussen? Ist der hohe Stresslevel nicht Branchen-gegeben z.B. wegen Witterungsabhängigkeit, Baustellenproduktion, schwierige Kunden…? Die Antwort: Es lohnt sich genau hinzuschauen, an welchen Stellen die Menschen in einem GaLaBau-Unternehmen einen wesentlichen Einfluss auf den Stresslevel haben. Im Folgenden wird an unterschiedlichen Themen gezeigt, dass Stressminimierung auch im GaLaBau und Handwerk angesagt ist.

In weiteren Beiträgen finden Sie konkrete Hinweise zur Stressminimierung im Unternehmensalltag.